Dr. G. Zimmermann

Privatpraxis für Psychotherapie
und Verhaltensmedizin

Heimkehr
Jens Wernicke

Ich komme heim,
kehre nach Hause zurück.

Das Haus unbewohnt, kalt;
in den Dielen schläft Angst,
im Dunkel lauert der Alb.

Dieses nervöse Ziehen quer durch die Brust.
Der stechende Schmerz tief im Genick.
Hier wohne ich, ja.
Wohne. Ich. Ja.

War lange nicht hier.
Floh, da war ich noch klein.
Die Spinnen haben Bilder an die Wände gemalt.
Die Kerze flackert Dämonentänze wild in den Raum.

Diese Kälte. Sie klirrt. Beißt.
Diese Unruhe. Sie lähmt. Vor Zitterei.
Und diese Angst. Sie hebt an zum Tusch.
Im Keller steht ihr Orchester Spalier.

Und doch:
Vier Wände, ein Dach.
Meins.
Ich. Wohne. Hier.

War zu lange fort.
Nie wirklich daheim.
Wie wird es in ein paar Jahren wohl sein?

Angst, Depression und Burn-out haben viel mit zu hohen Anforderungen zu tun. Der Berg an Aufgaben bzw. Druck unter dem jemand steht, führt dazu, dass selbst Routineaufgaben mit erhöhter Anspannung erledigt werden. Wahrnehmung und Urteilskraft sind durch die hohe Belastung ebenfalls eingeschränkt. Dies führt zu einem ineffektiven Umgang mit Problemen und zu einer zunehmenden Erschöpfung, was wiederum Angst macht, weil man merkt, dass man auf die Situation nicht mehr angemessen reagieren kann. Der unbewusste Bewältigungsversuch besteht nicht selten in noch mehr Anstrengung.

Wie reguliert man Druck und Angst? Ab einem bestimmten Ausmaß von Stress reicht es nicht mehr aus sich positiv zu motivieren, nach dem Motto: „Du schaffst das schon.“

Im Handlungsgedächtnis sind Verhaltensmuster auf mehreren Ebenen gespeichert, die nur in begrenztem Umfang dem bewussten Denken zugänglich sind. Um auch weniger bewusste Verhaltensanteile wahrzunehmen, bedarf es eines „spürenden Dialoges“ mit allen Körpersinnen. Dies führt zunächst zu einer teilweisen Beruhigung (Entspannung) durch die Aktivierung des Parasympathikus (beruhigender Anteil des vegetativen Nervensystems), aber auch zu einer differenzierteren Wahrnehmung von sich selber und der gegenwärtigen Lebenssituation mit der Option, eine Erweiterung des Handlungsspielraumes und individuelle Konfliktlösestrategien zu entwickeln.